9.Swiss Volvo Meeting 25./26. Aug. 2007

Bericht von Kurt Burkhalter 

Mythos Gotthard – oder der Mut zum Risiko 

Angefangen hatte es 1992 in Camarino (Tessin), es folgte ein Jahr darauf Amsoldingen (Berner Oberland) bis dann im zwei-Jahresrythmus Buochs (Vierwaldstättersee) als Austragungsort gewählt wurde und sich bis 2005 als feste Grösse in der Schweizer Volvoszene etabliert hatte – zwei mal an der Seepromenade, ansonsten auf dem Militärflugplatz. Da tauchte zu Beginn des letzten Jahres die Vorankündigung auf, 2007 findet das SVM auf dem Gotthard statt; ausgerechnet auf dem Pass der Pässe, der für viele auch nationales Gedankengut verkörpert und verbunden ist mit intaktem emotionalen Verteidigungswillen. Zuerst stand ich diesem Vorhaben etwas skeptisch gegenüber…..bis ich mir einen Ruck gab und sagte, warum eigentlich nicht? – und dies ohne wenn und aber.

Bilder zum Bericht!

So fuhren wir am Samstagmorgen in der Früh – bei herrlichem Sonnenschein – gutgelaunt und erwartungsfroh Richtung Gotthard. Auf 2091 m (Passhöhe San Gotthardo) angekommen, rollten sie dann an, Buckel und 850er, Amazon und 740er – einfach die ganze Palette von jung bis alt – schön vermischt mit den andern (Touristen-)Fahrzeugen. Vorsichtigen Schätzungen zufolge dürften sich an diesem Wochenende gegen zweitausend Fahrzeugen mit dem „Volvo-Emblem“ in dieser einzigartigen Bergwelt eingefunden haben. Stephan Würsten – Chef des OK, und bei vielen bekannt als Herausgeber des legendären „Volvo-Fan“ (Zeitschrift) – hat es wiederum verstanden, die Massen zu mobilisieren. Nicht zuletzt dank seinem unermüdlichen Einsatz und seinem eingespielten Team; ansonsten wäre ein solcher Ansturm kaum zu bewältigen gewesen. Im weiteren haben sie auch Ihr Programm nicht so überladen –„Smalltalk“ wurde gross geschrieben. Dreh- und Angelpunkt war der SVM-Info-Point, wo man nebst allen möglichen Volvo-Souvenirs, vor allem wichtige Informationen zu diesem Anlass kriegte. In unmittelbarer Nähe standen die „Renn-Buckel“ und „-Amazonen“, die in unzähligen harten Einsätzen ihre Tauglichkeit unter Beweis stellten. Ein weiterer Blickfang waren die 4 Ausstellungsfahrzeuge: 1 Pickup PV 833 Bj. 1950,

1 PV 444 aus Portugal mit seltenem Zubehör Bj. 1954, 1 PV 444 Zwischenmodell eingesetzt in den 60er Jahren bei Bergrennen, und die erste in die Schweiz importierte Amazone Bj. 1956, ein Vorserie-Modell mit Chassis-Nr 42! Bemerkenswert ist auch die kreative Art und Weise, wie der Berner Oberländer Daniel Oesch die Hauptachse mittels Palmen etc. zu einer richtigen Fan- und Flaniermeile umgestaltete – Chapeau!

Ueber den Speaker –H-J. Steffen, der wie immer fachkundig und locker informierte – erfuhren wir von der Versteigerung eines Volvo 144 S Bj. 1970. Trotz emsigen Bieten wurde die Mindestlimite nicht erreicht, so dass das Fahrzeug beim Besitzer blieb. Nun steuerten wir die verschiedenen Parkplätze an und stiessen eher zufällig auf das „Festungsmuseum St. Gotthard Hospizwerk“. Dazu muss man wissen, dass das ganze Gotthardmassiv stark durchlöchert ist, und einige dieser „Löcher“ jetzt als Museum genutzt werden. Bewundernd, ja fast ehrfürchtig bestaunten wir den Aufwand, der damals betrieben wurde……alles zum Wohle des Vaterlandes. Da wurden für mich – als ehemaliger Militärhufschmied mit Einsatzgebiet Graubünden – schon noch Erinnerungen wach, als ich mit 1 PS auf 4 Hufen unterwegs war (das waren noch Zeiten!).

Bilder zum Bericht!

Der Abend stand dann ganz im Zeichen von einem vorzüglichen Tessinerbufett; angefangen mit einem Apéro, dazu jede Menge (Polit-)Prominenz. Aufgelockert wurde das Ganze durch eine Filmvorführung über den VOMAC (Volvo Owners Meeting at the Article Circle); das Volvo-Treffen im Februar im Norden Schwedens. Ergänzende Informationen und Anekdoten (Einsatz von Raupenfahrzeugen zwecks Bergung von abgedrifteten Fahrzeugen etc.) steuerten die 3 anwesenden Teilnehmer Ortwin Schroeder (Organisator) Boris Schmidt (Journalist der Frankfurter Allgemeinen) und Stephan Würsten bei; Patricia und Adrian Zwahlen – die schnellen Schweizer - sollten erst am Sonntag auf dem Gotthard eintreffen. Nach den unvermeidlichen Benzingesprächen war Bettruhe angesagt, um am Sonntagmorgen – nach einem stärkenden Frühstück, und wiederum bei schönstem Sonnenschein – das Aussengelände aufzusuchen. Einen Kontrast der besonderen Art konnte man dort beobachten; Volvo XC 90 neben der geschichtsträchtigen fünfspännigen Gotthardkutsche; diese originalgetreu nach gebauten Postkutschen kann man mieten und gehören zum Gotthard wie das Amen in die Kirche. Im Laufe des Nachmittags fanden sich die angemeldeten Fahrzeuge auf dem Militärgelände „Motto Bartola“ in Airolo ein, wo unter kundiger Führung die entsprechenden Fahrzeuge zum Volvo-Schriftzug aufgestellt wurden. Anschliessend der eigentliche Höhepunkt dieser Veranstaltung: der Jubiläumskorso 80 Jahre Volvo von Airolo auf den Gotthard…

Über die altehrwürdige, kopfsteinbepflasterte Tremola-Passstrasse. Angeführt vom derzeit ältesten Volvo in der Schweiz (ein Pickup Bj. 1939) bis hin zum Volvo C 30 wälzten sich 80 Fahrzeuge dem Hospiz entgegen; um so näher wir demjenigen kamen, umso mehr Schaulustige säumten den Strassenrand, umso mehr Kameras klickten. Mit dieser Fahrt setzte das OK einen würdigen Schlusspunkt hinter ein schönes Wochenende….und eben diesem OK übermittle ich mein uneingeschränktes Lob. Miteinbeziehen und nicht vergessen möchte ich dabei „Noldi“ Abplanalp, Hotelier, Wirt und Allrounder in einem; denn ohne so einen begeisterungsfähigen und kompetenten „Mann vor Ort“ wäre das beste OK so ziemlich am Anschlag. Danke!

Bilder zum Bericht!

 

 

Zurück