Herbstausfahrt in die Pfalz – Besuch unserer Volvo-Freunde in Deutschland

Bericht von Sepp und Vreni Berglas 

Das 30jährige Bestehen des Volvoclub Deutschland e.V. und das Technik Museum Speyer waren Anlass genug, uns für die Herbstausfahrt in die Pfalz anzumelden. Mit uns taten dies noch einige Andere und so war die Schweizer Delegation immerhin 10 Personen stark.

 Das Gros der Teilnehmenden reiste am Freitag an, so auch wir. Damit hatten wir genügend Zeit die schöne Stadt Speyer mit ihren auffallend vielen italienischen Eisdielen zu erkunden. Bei uns bedarf es immer eines besonderen Anlasses, um die Schönheit eines Ortes erkennen zu können und einmal nicht auf der Autobahn daran vorbeizufahren. Unsere Ziele liegen in der Regel weiter im Norden Deutschlands, so dass wir, nach dem Besuch des Treffens vom vergangenen Jahr in Rheinhessen, ein weiteres mal positiv überrascht wurden. Örtliche Schönheiten gibt es überall.

 Die Pfalz, speziell die Gegend um Speyer erinnerte uns eher an die Toskana, als eine Gegend in Mitteldeutschland. Dies war doch eine sehr grosse Überraschung für uns. Dass die Leute vom Weinbau leben und man deshalb überall schöne kleine Besenbeizen findet, konnten wir uns nach dem letztjährigen Besuch gut vorstellen. Aber nun kamen noch all die Früchte der Arbeit der Erzeuger dazu, wie Äpfel, Esskastanien, Nüsse etc. Einfach herrlich!

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 Und dies alles notabene bei bester Wetterlage. Weggefahren zu Hause mit hohen Fröstelgraden bedingt durch die starke Biese, wurde es laufend milder und damit auch wärmer. Über Nacht jedoch blieb es sehr frisch, gelinde gesagt.

 Rund 130 Personen kamen ans Treffen. Einige bekannte Gesichter und viele Neue. Offiziell begann es am Freitagabend mit grossem Hallo im Gashof Kutscherhaus am Fischmarkt. Dieses Haus ist all denjenigen zu empfehlen, die sehr gute Küche zu im Vergleich mit der Schweiz, moderaten Preisen und sehr guter Bedienung, zu schätzen wissen. Wir haben es genossen. Das Essen und die angeregten Gespräche, gleichermassen.

 Sind die Fahrzeuge das gemeinsame Hobby, so sind es doch die Leute, die ein Treffen ausmachen und mit denen man gerne zusammensitzt. Und man lernt immer noch etwas, auch wenn man meint schon mal alles über Volvo gehört oder gesehen zu haben. Man muss nur empfänglich dafür sein. Über Volvo und seine Typengeschichte wurde druckfrisch ein neues Buch vorgestellt. Muss man haben!

Der Samstag stand im Zeichen von Kultur und Technik. Auch ein Flohmarkt ist Kultur, sagten sich viele und kamen mit neuen Schätzen an die Besichtigung des Kaiserdoms. Unter kundiger Anleitung erfuhren wir manch interessantes und kurioses aus der fast tausendjährigen Geschichte dieses Hauses, das übrigens das bedeutendste und grösste romanische Bauwerk Europas ist und 1981 in die List der UNESCO-Weltkulturgüter aufgenommen wurde.

 Der im Technik Museum Speyer ausgestellte Jumbo Jet Boieng 747 könnte locker im Kirchenschiff des Doms untergebracht werden, so nebenbei bemerkt. Wir machten uns auf mit unseren rollenden Kulturdenkmälern. Eine schöne Route führte uns nach St. Martin an der Weinstrasse zu Kaffee und Kuchen. Manch einer fand den Ort nicht auf Anhieb, weil auf den Vordermann vertrauend, die schöne Gegend genossen statt in das Roadbook gesehen wurde. Letztlich fanden aber Alle ans Ziel, wenn auch nicht über die Totenkopfstrasse sondern im Klausental vom Weg abgekommen über den Kalmit. Die Fahrt durch diese schöne Gegend hätte für uns gerne etwas länger dauern dürfen, lieben wir es doch mit dem Buckel zu fahren.

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 Sektempfang im Museum für Technik hiess es. Tatsächlich fand dieser Empfang im Bauch eines Antonov Lastenflugzeugs statt. Sekt mit Bretzen und offizieller Ansprache durch den Clubvorsitzenden. Im Anschluss gab es eine geführte Besichtigung des Museums, wobei unmöglich auf all die technischen Schönheiten einzeln eingegangen werden konnte. Die 350 jährige Schweizer Tanne mit der Rüdiger Nehberg primitivst ausgerüstet in See stach um für sein Brasilienprojekt den Atlantik zu überqueren, beeindruckte uns schon sehr.

 Beeindruckt hatte uns auch das anschliessende festliche Abendessen. Allererste Güte der Speisen und eine vorzügliche Organisation, die die Schlacht am Buffet erst gar nicht aufkommen liess. Die Laudatio über 30 Jahre Clubleben fiel etwas gar trocken aus. Vielleicht deshalb, weil hauptsächlich trockene Weine in der Gegend angebaut werden? Etwas lieblicher und schwungvoller hätte es schon sein dürfen, aber vielleicht war dies auch nur der Eindruck des Autors, was nur stellvertretend eine Meinung ist. Wie verkündet wurde, wird die Geschichte in den Club News nachzulesen sein. Mal sehen.

 Der Besuch im Sea-Life am Sonntagmorgen rundete das rundum gelungene Programm um das 30jährige Bestehen des Clubs ab. Um halb eins hiess es für uns Abschied zu nehmen, nicht ohne uns vorher gebührend für die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit mit der wir alle aufgenommen wurden bedankt zu haben. Innerhalb von vier Stunden waren wir zu Hause. Einige Deutsche Freunde hatten einen weit längeren Nachhauseweg, als wir. Es war ein tolles Wochenende.

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